„Tirol-Mitgliedschaft“

Statutenreform bringt reine Mitgliedschaft in der Tiroler Landespartei.

Erstmals in ihrer Geschichte erarbeitet die Tiroler Volkspartei ein eigenes Grundsatzprogramm. Im Auftrag von Parteiobmann Landeshauptmann Anton Mattle bringen sich derzeit mehrere hundert Mitglieder sowie Funktionärinnen und Funktionäre ein. Ziel ist eine Standortbestimmung, die für die kommenden Jahrzehnte gelten soll und voll und ganz auf Tirol zugeschnitten ist. Beschlossen wird das Programm beim Grundsatzparteitag am 7. November, an dem rund 400 Delegierte teilnehmen werden. Neben der inhaltlichen Neuausrichtung kommt es auch zu strukturellen Änderungen: Das Statut der Tiroler Volkspartei wird reformiert, die zentrale Änderung lautet mehr Selbstständigkeit und mehr Tirol. Herzstück ist eine „Tirol-Mitgliedschaft“. Künftig soll wird es möglich sein, ausschließlich Mitglied der Tiroler Volkspartei zu werden, ohne automatisch auch der Bundes-ÖVP anzugehören. 

„Wir Tirolerinnen und Tiroler beantworten viele Fragen anders, als das Wien und Brüssel tun. Wir spüren im ganzen Land, dass durchaus anerkannt wird, was wir als Tirol-Partei für unser Land leisten: Tirol ist das einzige Bundesland mit einem Budget ohne neue Schulden, erzielt das höchste Wirtschaftswachstum, hat die niedrigste Arbeitslosigkeit und setzt als erstes Bundesland das Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung um. Tirol ist bereits anders, wir grenzen uns konstruktiv und inhaltlich von anderen Bundesländern und der Bundespolitik ab. Diesen Weg werden wir weitergehen“, zeigt sich Mattle überzeugt. Mattle hat wiederholt deutlich gemacht, dass er mit den Politmethoden aller Parteien in der Bundespolitik hadert. In Tirol werde in wesentlichen Fragen parteiübergreifend zusammengearbeitet. So würden Landtagsbeschlüsse in der Transitfrage in den allermeisten Fällen einstimmig gefasst und gegenüber Wien und Brüssel eine gemeinsame Linie über Parteigrenzen hinweg vertreten. Auf und nach Wien zu schimpfen, sei nicht sein Ansatz. Tirol solle sich vielmehr konstruktiv und inhaltlich abheben.

„Wir spüren, dass ganz viele Menschen mit der Bundespolitik unzufrieden sind und sich von der Politik insgesamt abwenden. Mein Schluss daraus: Wir müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Als Tiroler Volkspartei gehen wir unseren eigenständigen Weg, das werden wir auch am Grundsatzparteitag im November in einem neuen Statut beschließen. Ich mache den Tirolerinnen und Tirolern ein Angebot: Wem Tirol am Herzen liegt, wer mich als Landeshauptmann unterstützen möchte und wer Tirol nicht den anderen überlassen will, der kann Mitglied der Tirol-Partei, der Tiroler Volkspartei, werden. Wir schaffen die Möglichkeit einer reinen Tirol-Mitgliedschaft für jene, die sich in und für Tirol engagieren möchten“, so der Landeshauptmann.

Konkret soll das neue Statut festlegen: Mitglied der Tiroler Volkspartei kann werden, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat, sich zu den Grundsätzen und zum Programm der Tiroler Volkspartei bekennt und bereit ist, die im Statut festgelegten Pflichten zu erfüllen. Möglich ist die Mitgliedschaft unmittelbar in der Tiroler Volkspartei (Tirol-Mitgliedschaft). Zusätzlich können eine Mitgliedschaft in der Österreichischen Volkspartei sowie in einer Teilorganisation erworben werden. Mit der Tirol-Mitgliedschaft richtet sich die Tiroler Volkspartei auch an Tirolerinnen und Tiroler, die mit der Bundespolitik im Gesamten hadern, den Landeshauptmann aber unterstützen wollen. Bis zum Grundsatzparteitag können sich Interessierte weiterhin in die Programmarbeit einbringen, unter anderem über mattle.tirol/nach-vorn .

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